Aller Anfang ist schwer – Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne

Nehmen wir das Beispiel vom Neujahrsvorsatz: ein Veränderungswunsch, der mein Leben positiv beeinflussen und mit dem neuen Jahr beginnen soll. Der Weg dorthin ist das Erlernen einer neuen Gewohnheit, treu begleitet vom „inneren Schweinehund“, der mir immer wieder ins Ohr flüstert, wie bequem doch das alte Bekannte war. Ja, der Anfang ist wirklich schwer.

Zu Beginn liegt der ganze Weg noch vor mir. Vor meinem inneren Auge sehe ich schon, wie schön es sein wird, wenn ich in meinem lichtgelben Arbeitszimmer sitze und meine Gedanken beschwingt in den Computer schreibe. Von hier aus scheint noch alles möglich zu sein. Begeistert gehe ich los, aber schon bald merken ich, dass der Weg immer steiniger wird. Als mir dann noch ein grosser Felsbrocken als Hindernis den Weg versperrt, kann es gut sein, dass ich nichts lieber will, als wieder umzukehren.

Die felsbrockenschweren Hindernisse kommen meist ohne Einladung und verstellen uns aufdringlich die Sicht auf unser Ziel. Und wo bleibt der Zauber?

Vielleicht erinnere ich mich noch daran, wie feierlich ich das alte Jahr verabschiedet habe, um dann hoffnungs- und erwartungsvoll das neue Jahr zu begrüssen? Oder wie es sich anfühlte, als ich mein neugeborenes Patenkind zum ersten Mal in den Armen hielt? Wie ist das, wenn ich zum ersten Mal bemerke, dass die Tage wieder länger werden? Wie fühlen sich die ersten warmen Strahlen der Vor-Frühlingssonne an? Und wie nehme ich die ersten Knospen an den Bäumen und Sträuchern wahr oder die ersten Krokusse, die sich durch die harte, teils noch gefrorene Erde gekämpft haben? Wie erlebe diesen vielleicht noch sehr zarten Hauch des Anfangs-Zaubers? 

Wenn ich z.B. im Focusing mit diesem Gefühl verweile, kann ich mich innerlich öffnen und den Zauber hineinlassen. Oder kommt er aus mir heraus? Vielleicht bin ich ganz Zauber? Es kann auch sein, dass der Felsbrocken dann gar nicht mehr so schwer und abweisend auf mich wirkt. Vielleicht entdecke ich hier und dort an ihm sogar ein Funkeln, das mich neugierig näherkommen lässt, um diesen grossen Stein eingehend zu untersuchen.

Auf diese Art können wir den Zauber des Anfangs wahrnehmen, anerkennen … und geniessen. Die Kraft dieses Zaubers hilft uns, um der Schwere aller Anfänge zu begegnen.

Es mag gut sein, dass Sie jetzt ungläubig den Kopf schütteln. Diese Art des Erlebens ist auch nur schwer vorstellbar. Wenn Sie es auf einen Versuch ankommen lassen wollen, probiere es gerne mit Ihnen aus. Sie können sich gerne ungeniert bei mir melden!

Wie erleben Sie (Neu-)Anfänge? Welche Erfahrungen haben Sie mit neuen Gewohnheiten? Ich freue mich darauf, von Ihnen zu lesen – entweder direkt hier oder auch gerne per E-Mail an post@nicolanaula.ch

 

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